Der kleine Yogaraum
Der kleine Yogaraum

Yoga-Stile

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Haṯha-Yoga

Der Haṯha-Yoga hat sich wie erwähnt aus dem Tantrismus entwickelt, der im Unterschied zu den orthodoxen Ansätzen den Körper als Hilfsmittel auf dem Yogaweg einbezog. Wörtlich übersetzt bedeutet Haṯha ‚Kraft’, ‚kraftvolle Anstrengung’, aber auch ‚Gewalt’. Der Haṯha-Yoga ist also ein kraftvoller Yoga, der über reine Entspannungstechniken hinaus geht. Symbolisch steht ‚ha’ für Sonne und ‚ṯha’ für Mond. Haṯha-Yoga bezeichnet in dieser Lesart den Yoga der Vereinigung, der die zunächst gegensätzlichen Grundenergien des Körpers vereinen und ausgleichen soll.

 

Haṯha-Yoga bezeichnet also einen Yogaweg, welcher seinen Ausgang in der Arbeit mit bestimmten Körperhaltungen (āsanas) nimmt. Durch die Verbindung von Körper, Atem und Geist kann Stille erfahren und innerer Friede gefunden werden. Während in den Yoga-Sūtren des Pataṅjali zunächst nur ein āsana (den Sitz) genannt wird, ist in der Gheraṇḍasaṃhitā, welche neben der Haṯha-Yoga-Pradipikā einen der grundlegenden Textes des Haṯha-Yoga darstellt, nun die Rede von 84 x 100.000. (= 8.400.000) āsanas.

Vinyāsa Flow

Insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten haben sich neben dem klassischen Haṯha-Yoga, im Zuge dessen die Körperhaltungen (āsanas) meist statisch über einen längeren Zeitraum gehalten werden, auch dynamische Yogaformen wie beispielsweise Aṣṭāṅga-und Power-Yoga etabliert. Gemeinsam ist diesen Yogaformen eine fließende, dynamische Yogapraxis, die jedoch sehr herausfordernd sein kann und zum Teil akrobatisch anmutet.

 

Eine für die meisten Yogis und Yoginis deutlich praktikablere Übungsweise stellen sogenannte vinyāsa kramas oder flows dar. Der Begriff vinyāsa krama setzt sich aus den Worten vi, was  „in besonderer Weise“ übersetzt werden kann, nyāsa, meist mit „plazieren“ übersetzt , sowie krama, der Schritt, zusammen. Eine diesem Prinzip folgende Yogapraxis verbindet einzelne āsanaa also in besonderer, durchdachter Art und Weise zu einem Bewegungsfluss (flow). Ziel dieser Praxis ist es, den Körper geschmeidiger zu machen und den Atem harmonisch mit Bewegungsabläufen zu verbinden, so dass der Geist auch in der Bewegung Ruhe finden kann

Yin-Yoga & Faszientraining

Yin Yoga stellt eine ruhige Form der Yogapraxis dar, bei der die Haltungen 3-5 Minuten (oder länger) mit möglichst wenig Muskelaktivität gehalten und durch Hilfsmittel wie Decken, Kissen, Gurte und Bolster unterstützt werden. Gezielt werden bestimmte Körperregionen angesprochen und das Fasziengewebe in diesen Regionen durch das längere Halten stimuliert und Blockaden gelöst. Ergänzt wird diese Form der Yoga-Praxis durch den Einsatz von Faszienrollen und –bällen sowie leichten, federnden Bewegungen.

 

Neben den positiven Wirkungen auf den Körper bietet diese ruhige Yogapraxis auch den Raum für die Erfahrung von Achtsamkeit und Stille, wodurch Körper und Geist wieder in Einklang finden können. Durch das Auflösen von Blockaden im Körpergewebe lösen sich darüber hinaus häufig auch emotionale Spannungen, so dass Yin Yoga nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zu kraftvolleren und dynamischeren Yogaformen darstellt, sondern auch bei gesundheitlichen Problemen und körperlichen Einschränkungen, zur Stressprävention und -bewältigung sowie bei psychosomatischen Beschwerden praktiziert werden kann.



Kirstin Lenzen, M.A.

Coach (DBVC anerkannte Ausbildung) MBSR-Lehrerin (mbsr-mbct Verband)

Sprecherzieherin (DGSS)

Yogalehrerin (BDY/EYU)

Kirstin Lenzen
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